pazzolastock - rheinquelle



sonntag, 05. september 2004
















oberalppass – piz pazzola – lai da tuma (rheinquelle)



um sieben treffen wir verschlafen am oberalppass ein. philipp, christian und die zwei neulinge michi und ich. es ist meine dritte groessere tour mit neuen bergschuhen. meine altgedienten schuhe haben sich nach nur drei touren mit christian und seinen hunden buchstaeblich in einzelteile aufgeloest. jetzt gilt es die neuen einzulaufen. michi ist zum erstenmal mit seinem pubertierenden rueden naboo dabei, insofern passt naboo gut zu den mushern.

philipp muss nun seine hunde, die vier wochen bei christian in den ferien waren, wieder zurecht erziehen. das hat man davon, wenn man irland vier wochen unsicher macht und nur dummheiten anstellt. ich hatte waehrend dieser zeit einen schnelleinfuehrungskurs in mushen. christian und ich waren mit allen neun hunden unterwegs. ohne lang zu fragen, wurden mir bis zu vier hunde am klettergurt angeschnallt und ich wurde von ihnen durch die landschaft gezogen. was nicht immer glimpflich abging. langsam hab ich allerdings das gefuehl, dass der eine oder andere hund mir sogar zuhoert, wenn ich fluchend hinter der meute herlaufe.

nach einem heissen kaffee im passrestaurant geht es gemaechlich 700 hoehenmeter zum pazzolastock hinauf. wenn’s zu steil wird, bekomme ich einen hund mehr. so muss ich mich eigentlich nur noch ziehen lassen und einen fuss vor den anderen setzen. michi stoehnt unter dem gewicht seiner jahre und dem guten essen der letzten zeit. naboo schlaegt sich nicht schlecht auf seiner ersten grossen tour. er geniesst es, endlich seine kraft zeigen zu koennen. das macht viel mehr spass als die wohnung oder das auto auseinanderzunehmen.

nach einer guten stunde stehen wir auf dem pazzolastock und geniessen die herrliche aussicht. die neulinge liegen ziemlich geschafft am boden, waehrend die alte mannschaft noch quietschfidel ist. nach einer kurzen rast geht’s hinunter dem lai da toma entgegen. beim abstieg kann michi mit naboo das langsame und disziplinierte laufen ueben, was gar nicht so einfach ist. die zwei musher ziehen unterdessen mit den hunden im laufschritt den berg hinunter. unglaublich, ich frage mich immer noch, wie die das fertig bringen ohne zu stolpern.

ploetzlich oeffnet sich unter uns die ebene der rheinquelle, und sie ist, soweit das auge reicht, von wollgras bedeckt. wunderschoen. dieser anblick vertreibt alle muedigkeit. die neuen wanderschuhe und meine schmerzenden fuesse sind vergessen.

und wie auch anders, unser christian muss wieder mal eine show abziehen. mit kleidung und wanderschuhe springt er mit seinen hunden ins wasser und zieht zum gaudi der zuschauer eine runde. waehrend die hunde sich nach dem ausstieg kurz schuetteln und wieder einigermassen trocken sind, muessen wir, ohne gefragt zu werden, den „luxuskoerper“ vom musher christian geniessen, bis seine kleidung und seine schuhe trocknen. wir stuerzen uns hungrig auf das essen. waehrenddessen macht sich naboo an die weibchen ran. was yukon gar nicht passt und er versucht ihn in die schranken zu weisen. gar nicht so leicht bei einem kraftstrotzenden zweijaehrigen rueden. zudem hat dudinka die groesste freude an naboo und umgarnt ihn mit aller weiblichen raffinesse. zuletzt muss christian seinem leithund zu hilfe kommen und naboo mal kräftig durchschuetteln. das wirkt. kotuy laesst das voellig kalt, er sitzt am see und siniert ueber den sinn des lebens als nasser schlittenhund.

wir machen uns wieder in richtung oberalppass auf. der abstieg scheint nicht enden zu wollen und die neuen schuhe machen gar keinen spass. zumindest sind aber meine schuhe trocken.

das war wieder eine schoene tour. die mannschaft, die musher und die neulinge werden muede und zufrieden in die autos verstaut.

gruss eure susanna


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