abends am rhein |
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| donnerstag, 24. oktober 2002 | ||||
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die hunde sind wesentlich nervoeser als sonst. sie heulen, quietschen, ja schreien foermlich als wir sie vom auto rauslassen. an der leine sind sie kaum zu halten. ein mega chaos. denn sie wissen genau: jetzt ist „spiel-zeit“ angesagt. nur fuenf minuten durch den wald, ueber die bruecke, dann wird die leine geloest und ein hund nach dem anderen schiesst ueber die halbinsel. zweimal die woche, manchmal auch oefters, kommen wir zum rhein, am abend nach der arbeit. heute geniessen wir die letzten sonnenstrahlen, denn am wochenende wird die zeit umgestellt danach ist es dann zu dunkel um abends die hunde hier laufen zu lassen. die beiden teams haben sich mittlerweilen ein wenig beruhigt. sind am schnueffeln, markieren und am herumtoben. philipp und ich haengen uns die leinen um und gehen gemuetlich ueber die halbinsel. die grossen flusssteine sind muehsam zu gehen. die hunde dagegen haben kein problem mit den grossen steinen. man koennte glauben mit ihrem riesen tempo fliegen sie direkt ueber den boden. am unteren drittel der halbinsel liegt ein alter ausgewaschener baumstamm. kiana muss auf den stamm um sich uebersicht zu verschaffen. weiter geht’s bis zur sandbank und schon beginnen die ersten raufereien. zuerst erwischt es dudinka. von vier bis fuenf hunden wird sie quer ueber die halbinsel verfolgt, bis sie knurrend im sand landet. der rest der bande stuerzt sich auf sie. eine recht brutale situation. so scheint es zumindest. doch beim ersten leisen quietsch lassen alle los und ein neues opfer wird schnell gefunden. die kleine akina ist als naechstes dran. den aelteren teammitgliedern wird’s zu turbulent und sie suchen sich eine neue beschaeftigung. jede wurzel, jeder grashalm und jeder kleine baum wird beschnueffelt und anschliessend fein saeuberlich markiert. nachdem scheinbar geklaert ist, wer nun der staerkste und wer der schnellste von der jungmannschaft ist, werden loecher gegraben. schlittenhunde sind, so glaube ich zumindest, weltmeister im loecher graben. kaum ein untergrund ist vor ihnen sicher. nakuma findet einen toten vogel und versucht ihn zu vergraben. damit hat sie allerdings sofort die aufmerksamkeit von akina und kotuy auf sich gelenkt. beide beobachten aus naechster naehe den vogel in nakumas maul. nach einem zweimaligen, etwas uebertrieben lautem pfui, lassen die drei den vogel liegen und beschaeftigen sich zwangsweise mit etwas anderem. kotuy stellt sich in ein wasserloch und starrt ins wasser, bis er kalte pfoten bekommt. keine ahnung was er da zu finden glaubt. zwischendurch kommen die hunde zu uns und holen sich einen krauler ab. majatuk setzt sich neben philipp, er hat sich nun genug bewegt und will verwoehnt werden. wir beobachten die hunde ob sie auch alle wirklich fit sind. waehrenddessen besprechen wir unsere wochenendplaene. wie das wetter wohl wird, wie weit der schnee schon heruntergekommen ist und welche tour wir machen koennten. leider wird es schon langsam zeit, uns auf den rueckweg zu machen. philipp und ich spazieren gemuetlich die sandbank zurueck. die hunde folgen uns, wobei immer wieder kleine verfolgungsjagden stattfinden. so packt yuit kurz nakuma oder kiana will wissen ob sie es mit den juengeren in sachen sprint aufnehmen kann. zwischendurch muessen sie sich auch wieder auf einem grossen stein ueberblick verschaffen. wer ist wo und was laeuft so am anderen flussufer. man koennte ja irgendetwas verpassen. kurz vor der bruecke angelangt wird die ganze mannschaft von philipp versammelt. ich mache ein letztes foto bevor es dunkel wird. die leinen werden angeschnallt und etwas ruhiger gehen wir zum auto zurueck. nur kotuy spinnt immer noch und quietscht vor sich hin. gruss euer christian zurueck |
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